Eingewöhnung

Der erste Schritt in eine neue Welt

Es ist sehr wichtig, bei der Eingewöhnungsphase eures Kindes behutsam vorzugehen. Die Eingewöhnung ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Manche Kinder brauchen zwei Wochen, andere Kinder nur ein paar Tage. Bei der Eingewöhnungsphase orientieren wir uns am Berliner-Modell. Dieses unterteilt sich in drei Phasen:

Die dreitägige Grundphase

Ihr als Eltern – als sicherer Hafen für euer Kind!

In den ersten drei Tagen kommt einer von euch zusammen mit eurem Kind für eine Stunde in die Tagespflege. Wir versuchen vorsichtig und ohne zu drängen über Spielangebote oder Begleitung am Spiel des Kindes, Kontakt aufzunehmen. Es findet in dieser Zeit noch KEIN Trennungsversuch statt.

Um euer Kind beim kennenlernen der neuen Umgebung und uns zu unterstützen, beachtet bitte folgendes:

  • Suche dir im Spielzimmer ein gemütliches Eckchen und verhalte dich grundsätzlich passiv. Deine bloße Anwesenheit im Raum genügt, um für dein Kind einen „sicheren Hafen“ zu schaffen. Dein Kind kann sich jederzeit zurückziehen, wenn es sich überfordert fühlt oder Trost braucht.
  • Versuche, dich nicht mit anderen Dingen und Kindern zu beschäftigen. Genieße es einfach, dein Kind bei seiner Erkundung der neuen Umgebung zu beobachten, denn es braucht deine volle Aufmerksamkeit. Zeigt dein Kind Fröhlichkeit oder Gelassenheit, so heißt das nicht, dass deine Anwesenheit gar nicht notwendig ist, sondern dein Kind wirkt deshalb so unbeschwert, weil du eben anwesend bist. Das Verhalten würde sich in den meisten Fällen sofort ändern, wenn du während der ersten Tage sofort gehen würdest.
  • Reagiere auf Annäherung und Blickkontakte positiv – nimm jedoch von dir aus keinen Kontakt zu deinem Kind auf.
  • Sollte dein Kind in einer bestimmten Situation deine Nähe suchen, dann dränge es nicht, sich wieder zu lösen. In diesem Fall würdest du in der Regel genau das Gegenteil erreichen, nämlich erneutes Anklammern. Ruhiges Abwarten, bis sich dein Kind von allein wieder der Umgebung zuwendet, ist die beste, sanfteste (und schnellste) Methode.
  • Wenn du den Raum verlassen möchtest, lasse es zu, dass dein Kind dir evtl. folgt.

Die Stabilisierungsphase

Einige Minuten nach der Ankunft verabschiedest du dich von deinem Kind, verlässt den Raum und bleibst in der Nähe. Es ist völlig normal, wenn dein Kind beim Abschied weint und das darf es auch. In dieser Phase geht es darum, festzustellen, ob auch wir als Tagesmütter dein Kind trösten können. Gelingt dies gut, so können wir mit einer kürzeren Eingewöhnung rechnen und deine Abwesenheit in den nächsten Tagen zeitlich ausdehnen. Andernfalls wird die Eingewöhnung sich etwas länger gestalten (bis zu drei Wochen).

Die Schlussphase

Wir – als sicherer Hafen für euer Kind!

Die Eingewöhnungsphase ist dann beendet, wenn euer Kind uns als „sichere Basis“ akzeptiert hat und sich von uns trösten, wickeln und füttern lässt. Selbstverständlich darf es auch in dieser Phase beim Abschied noch weinen. Wichtig ist nur, dass wir euer Kind schnell trösten können und es freudig am Tagesgeschehen und Spiel teilhaben kann.
Bitte seid jederzeit telefonisch erreichbar, falls die Tragfähigkeit der neuen Beziehung zu uns als Tagesmutter noch nicht ausreicht, um euer Kind in besonderen Fällen aufzufangen.